Nächster Halt Delhi! Nach einem zweistündigen Flug von Chennai nach Delhi kamen wir an in der Hauptstadt. Wir nahmen uns ein Prepaid-Taxi vom Flughafen zum Hotel. Aber man merkt schon die Luft in den indischen Megastädten ist dick und stickig. Aber Delhi sehr vorbildlich, alle öffentlichen Fahrzeuge und die staatlichen Taxis laufen mit Biogas. Aber ist trotzdem nur ein kleiner Teil der Fahrzeuge, wenigstens ein Anfang. Was mir so gar nicht gefällt an der Fahrt vom Flughafen in die City ist, das man erstmal eine halbe Stunde feststellen kann wieviel Militär Indien hat... Ohne Scheiß man fährt eine knappe halbe Stunde nur an Luftwaffen und Infanteriestützpunkten vorbei, freundliches willkommen stelle ich mir anders vor. Nach Militär kommt dann massenhaft Verkehr... Weil in Delhi diesen Oktober die Commonwealth Games stattfinden wird die ganze Infrastruktur mit einem Ruck erneuert, das sorgt auf überfüllten Straßen zu einem massiven Chaos. Auf den Bauzäunen wird geworben mit Sprüchen wie „for a better tomorrow“. Nach einer knappen Stunde Taxifahrt waren wir dann im Hotel angekommen. Dort wartete schon die ganze Touri-Ausbeute-Maschinerie. Der Portier meinte unsere Zimmer würde gerade gereinigt, es würde wohl ca. 1 Stunde dauern dann könnten wir rein. In der Zeit sollen wir uns doch einfach in den kleinen Raum setzen und einen Tee trinken.
Noch etwas müde vom frühen aufstehen und spät ins Bett gehen setzen wir uns in den Raum und tranken Tee. Was ich Anfangs nicht realisiert hatte war, das der Raum das Reisebüro des Hotels war. So ging es dann los und er schaffte es tatsächlich uns einen Trip zu verkaufen, der zwar eigentlich zu kurz und viel zu teuer war. Meine Wahrnehmung hatte er getrübt als er direkt den Europreis gesagt hat und ich jegliches Gefühl für Europreise mittlerweile verloren hab... Nunja hat man wieder dazugelernt.
Also unsere Rundreise Paket beinhaltete Delhi Sightseeing und dann Rundfahrt Agra - Jaipur -Delhi.
In Delhi schauten wir uns den Rajgaht, den Lotustempel, Humayuns Tomb und das India Gate an. Rajghat ist das Grabmal von Mahatma Gandhi. Dort waren mehrere Schulklassen auf einem Ausflug und alle wollten wie immer ein Foto von der 3 weißen... also immer brav posieren. Dann musste Antje auch noch Autogramme für die Kiddies geben.
Der Lotustempel ist ein Tempel der Bahai-Religion. Hatte ich vorher auch noch nicht gehört, das ist so eine Religion die alle toleriert und das beste aus den großen Religionen in sich vereint, etc. wie so viele andere Glaubensgemeinschaften hier in Indien. Aber das Bauwerk an sich war schon imposant, von der Architektur her erinnerte es ein wenig an die Oper Sydney aber als Lotusblüte. Innen war ein riesiger leerer Raum, der an eine Aula erinnert mit Stuhlreihen hinten und Rednerpult vorne. Es waren zig freiwillige Helfer dort die die ganze Zeit ihren Finger vor dem Mund hielten das man leise sein soll und kein Wort sagen, denn es soll ein Raum der Meditation und Stille sein. Die Atmosphäre wurde aber dadurch geraubt das ständig Menschen rein und raus geschleußt wurden und dadurch schon allein eine Unruhe entstand. Schön fand ichs nur kurz drin als sich ich vermute mal ein Vogel auf draußen auf die Spitze setzte und zwitscherte das schallte dann durch den Raum auf eine angenehme, natürliche Art und Weise.
Humayuns Tomb ist das Grabmal irgendeines Indischen Kaiser und dient als architektonisches Vorbild für das Taj Mahal. Es war weniger das Gebäude was faszinierte, es war die Stimmung. Du kommst aus dem Moloch Delhi und plötzlich ist eine gewisse Ruhe, eine gespentische atmosphäre wo Wellensittiche um uns herum flogen und wir waren fast die einzigen Besucher. Das war also eines dieser Monumente, wo ich mir sage, ich habe nicht viel erwartet aber es war richtig toll. Aber das war auch nur der Moment. Schwer zu beschreiben...
Zum Schluss ging es noch vorbei am India Gate, das war auch eindrucksvoll angestrahlt und eine Menschenmasse war auf den Staßen. Es wirkt ein wenig wie der Triumphbogen von Paris. Mehr kann man eigentlich nicht dazu sagen.
Dann ging es also am nächsten morgen zur Entdeckung des Goldenen Dreiecks.
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