Dienstag, 10. November 2009

Thiruvannamalai - Full Moon Walk

Auf anraten einiger Kollegen und Geschichten die man über diesen Ort hier hört sind wir zu einem Vollmond nach Thiru gefahren. Das ist ein Ort ca. 100 Km ins Landesinnere von uns aus. Wir nahmen einen von Auroville organisierten Bus und fuhren zum Vollmond dorthin. Es ist unter den Tamilen eine Pilgerstätte. Man läuft 14 Km um den Heiligen Berg, Barfuss und schweigend oder betend, alles was man sich wünscht wird in Erfüllung gehen so sagt man hier. In meiner Vorstellung malte ich mir Bilder von einer Bergstraße mit Geröll, Fackeln an der Seite und tausende von Menschen. Tatsächlich war dort eine Hauptstraße auf der man langlief und ab und zu noch dem Bus ausweichen musste. Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht weil es so gar nicht vermutet hätte. Auf den ersten Blick war auch nichts spirituelles an dem Full Moon Walk zu entdecken, nur die Tempel am Rand für die verschiedensten Götter ließen vermuten das das ein Pilgerweg ist. Am Wegesrand waren neben den Tempeln tausende kleine Händler welche wie üblich alles verkaufen, von Zuckerrohrsaft über DVDs bis hin zu Steinskulpturen. Aber im Großen und ganzen war es ein netter ausflug und wir hatten trotz anderer Vorstellung unseren Spaß.

Monsun

Vor ein paar Tagen begann hier der Monsun, von den Farmern lange erwartet. Es war schon so das man merkte wie an manchen Ecken das Wasser zur Neige ging. Der Druck in den Duschen wurde weniger, der Boden riss ein und man spürte regelrecht wie alles nach Regen lechzte. Dann kam die Wende, mit einem mal jeden Tag Unmengen von Wasser und man sehnt sich plötzlich nach Sonne und trockenen Klamotten. Es ist schon ein äußerst ungewohntes Leben obwohl natürlich jeder wusste wann es losging und man sich schon darauf vorbereiten kann, allerdings ist man gegen einige Dinge beinahe Hilflos, wie z.B. die ständigen Powercuts die deutlich zugenommen haben, man kann davon ausgehen das gerade Powercut ist wenn es regnet. Ich erklär mir das mit Kurzschlüssen irgendwo im Stromnetz, dann schaut man also raus gegen eine Wand aus Wasser, welche in der Dunkelheit versinkt. Auf das soziale Leben hat das auch den Einfluss das der nahezu das ganze Jahr gleiche Alltag unterbrochen wird und man Sonntags nicht mehr Cricket spielen kann, bzw. man verkriecht sich viel nach Hause, genervt aber wohl wissend das der Regen durchaus gut ist.
Die Arbeit verändert sich auch ein wenig, denn es ist einfach unmöglich zu planen, weil man nicht weiß wann es regnet und dazu noch einige Systemstörungen dazu kommen, wobei sich paradoxerweise meiner Meinung nach gerade bei diesem schlechten Wetter die Solarpanels auszahlen, denn sie haben eindeutig weniger Powercuts als das indische Stromnetz. Aber das spannende an der ganzen Sache ist echt dieser Planungsaspekt, denn normalerweise planen meine Kollegen alles durch, das wird dann direkt wieder über den Haufen gefahren, dann wird neu geplant und umgeplant, man könnte meinen ohne Plan wäre es besser. Doch dann Laufen alle nur wild durcheinander und der eine macht das, der andere das und der dritte schaut zu. Und ich stellte fest, lieber einen Plan haben und neuplanen als gar nicht zu planen.